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Wir leben in einer Welt mit Mil­li­ar­den ande­rer Men­schen zusam­men, die alle ver­su­chen, so gut es ihnen mög­lich ist, ihre Bedürf­nis­se zu erfül­len. Wir bewah­ren und ver­än­dern, um mög­lichst viel Glück und mög­lichst wenig Leid zu erfahren.

Wo unse­re Stra­te­gien, mit denen wir Bedürf­nis­se erfül­len, die Erfül­lung ande­rer Bedürf­nis­se ein­schrän­ken oder ver­hin­dern, kommt es zu Kon­flik­ten. Wie wahr­schein­lich, inten­siv und schwie­rig zu lösen die­se Kon­flik­te sind, hängt von unse­rer Bewusst­heit oder Unbe­wusst­heit im Kon­takt mit unse­ren Wahr­neh­mun­gen, Gedan­ken, Gefüh­len und Hand­lun­gen ab, von unse­rer Abhän­gig­keit von bestimm­ten Stra­te­gien und unse­rer Fähig­keit, die wirk­li­chen Ursa­chen der Kon­flik­te zu erken­nen und zu behe­ben. Unse­ren zu Kon­flik­ten füh­ren­den Gedan­ken und Ver­hal­tens­wei­sen lie­gen immer bestimm­te Bedürf­nis­se zugrun­de, die wir erfül­len, Gefüh­le, die wir füh­len wol­len und Erfah­run­gen, wie uns das in der Ver­gan­gen­heit gelun­gen ist. Je grö­ßer wir den Man­gel in uns erle­ben, des­to mehr suchen wir dabei Fül­le im Außen, sind wir von bestimm­ten Stra­te­gien abhän­gig. Je weni­ger wir mit unse­ren Gefüh­len, der Leben­dig­keit in uns ver­bun­den sind, des­to weni­ger Rück­sicht neh­men wir auf sie im Kon­takt mit unse­rer Per­son und unse­rer Mit­welt. Unse­re Unbe­wusst­heit, der Man­gel in uns und der feh­len­de Kon­takt zur Leben­dig­keit in uns, tren­nen uns von­ein­an­der, löschen Leben aus und zer­stö­ren unse­re Welt. Mit Kon­flik­ten auf bewuss­te Wei­se umzu­ge­hen, mög­lichst ein Gleich­ge­wicht her­zu­stel­len und zu erhal­ten und kein unnö­ti­ges Leid zu ver­ur­sa­chen, sind Her­aus­for­de­run­gen, bei denen wir bis­her noch weit hin­ter unse­ren Mög­lich­kei­ten zurückbleiben.

Das Ungleich­ge­wicht und Leid in unse­rer Welt wird über­wie­gend von Men­schen ver­ur­sacht, die unbe­wusst sind und in inne­rem Man­gel leben. Doch Leid wird auch erfah­ren durch Men­schen, die unbe­wusst sind und in inne­rem Man­gel leben. Im Kampf gegen die schein­ba­ren Ursa­chen des erfah­re­nen Leids, kön­nen wir selbst zu Ver­ur­sa­chern von Leid wer­den. Um den end­lo­sen Kreis­lauf von Leid in unse­rem Leben und unse­rer Welt zu unter­bre­chen, ist es wich­tig, weni­ger zu Leid bei­zu­tra­gen, indem wir selbst mög­lichst wenig Leid ver­ur­sa­chen, aber auch, indem wir selbst mög­lichst wenig Leid erfah­ren. Wir kön­nen nicht ver­mei­den, in unse­rem Leben und unse­rer Welt Schmerz zu begeg­nen und zu erfah­ren. Aber ob dar­aus Leid ent­steht und wie viel, hängt davon ab, wie bewusst oder unbe­wusst wir die­sem Schmerz begeg­nen. Es erfor­dert Bewusst­heit, zu erken­nen, wo es inne­rer und wo äuße­rer Ver­än­de­run­gen bedarf und wie die stim­mig aus­se­hen können.

Solan­ge wir uns durch unse­re Iden­ti­fi­ka­ti­on mit Gedan­ken selbst täu­schen und uns unse­re eige­ne Fül­le vor­ent­hal­ten, unse­re Ver­ant­wor­tung für unse­ren inne­ren Man­gel und unse­re Gefüh­le abge­ben und uns von unse­rer Mit­welt abhän­gig machen, wird unse­re Mit­welt uns ent-täu­schen, bis wir die Täu­schung erken­nen und auf­hö­ren, uns selbst Leid zuzu­fü­gen. Was uns in unse­rem Leben und in unse­rer Welt fehlt, müs­sen wir in uns selbst fin­den und erschaf­fen. Woher sonst soll es kom­men? Wir kön­nen dem Man­gel an Bewusst­heit in der Welt, sinn­voll nur mit mehr Bewusst­heit begeg­nen. Wo es an Frie­den fehlt, müs­sen wir in uns Frie­den fin­den, wo es an Lie­be fehlt, müs­sen wir lie­ben. Die­sen Weg müs­sen wir nicht allei­ne gehen, aber wir müs­sen den ers­ten Schritt machen.

Ein Sys­tem der Unbewusstheit

Es ist ein Sys­tem der Unbe­wusst­heit, das durch Ober­fläch­lich­keit, Vor­ur­tei­le und Ver­ur­tei­lun­gen, durch das Abge­ben von Ver­ant­wor­tung, unbe­wuss­tes Beob­ach­ten, Füh­len, Den­ken und Han­deln, feh­len­des Ver­ständ­nis, Ein­füh­lungs­ver­mö­gen und Mit­ge­fühl, feh­len­de Ver­bin­dung zu unse­rer Leben­dig­keit und unse­rem Her­zen, zu unse­ren Her­aus­for­de­run­gen führt und es erschwert oder unmög­lich macht, sie zu behe­ben. Unab­hän­gig der äuße­ren Erschei­nun­gen und der Rol­len, die wir ein­neh­men, sind wir alle Teil die­ses inne­ren Sys­tems. Aus die­sem unsicht­ba­ren inne­ren Sys­tem ent­ste­hen als Sym­pto­me die sicht­ba­ren äuße­ren Sys­te­me, die wir als Ver­ur­sa­cher von Leid kri­ti­sie­ren und bekämp­fen. Es ist wich­tig zu erken­nen, wie die äuße­ren Sys­te­me das inne­re Sys­tem wie­der­spie­geln und das inne­re Sys­tem zu ver­än­dern und zu trans­for­mie­ren, um die äuße­ren Sys­te­me ver­än­dern und trans­for­mie­ren zu kön­nen, statt sie immer wie­der neu ent­ste­hen zu las­sen, wei­ter zu erhal­ten und zu verstärken.

Es ist aus­sichts­los, die Viel­zahl an Her­aus­for­de­run­gen, die durch unse­re Unbe­wusst­heit ent­ste­hen, alle ein­zeln und auf Sym­ptom­ebe­ne behe­ben zu wol­len, ohne uns gleich­zei­tig mit ihren wirk­li­chen Ursa­chen auf Bewusst­seins­ebe­ne ver­traut zu machen und sie mit ein­zu­be­zie­hen. Gleich­zei­tig liegt dar­in eine gro­ße Chan­ce: Unser Bewusst­sein spielt die zen­tra­le Rol­le in unse­rem Leben und im Kon­takt mit unse­rer Mit­welt. Auf der Ebe­ne unse­res Bewusst­seins lie­gen die Ursa­chen unse­rer Her­aus­for­de­run­gen. Unzäh­li­ge Her­aus­for­de­run­gen im Außen beru­hen auf weni­gen im Innen. Auf­merk­sam­keit ist Bewusst­sein. Bedürf­nis­se und Gefüh­le, die uns dazu bewe­gen, etwas zu bewah­ren oder zu ver­än­dern, ent­sprin­gen unse­rem Bewusst­sein. Die Gedan­ken und Hand­lun­gen, die zu unse­ren Her­aus­for­de­run­gen füh­ren und mit denen wir ihnen begeg­nen, ent­sprin­gen unse­rem Bewusstsein.

Durch unse­re wach­sen­de Bewusst­heit neh­men wir Ein­fluss auf die Ursa­chen selbst, die zu vie­len unse­rer Her­aus­for­de­run­gen füh­ren. Wir haben dadurch die Mög­lich­keit, sie wirk­sam und nach­hal­tig zu behe­ben, statt ihre immer wie­der­keh­ren­den Sym­pto­me zu bekämp­fen. Die Ver­än­de­run­gen inner­halb unse­res Bewusst­seins wir­ken sich auf alle Berei­che unse­res Lebens aus. Auf der Ebe­ne unse­res Bewusst­seins ist unser Ein­fluss grö­ßer und Ver­än­de­run­gen sind unab­hän­gi­ger und unmit­tel­ba­rer, als im Außen. Dar­auf auf­bau­end sind Her­aus­for­de­run­gen im Außen meist leich­ter zu lösen oder hören sogar auf, Her­aus­for­de­run­gen zu sein.

Eine Chan­ce besteht auch dar­in, dass es bei unse­rer Ent­wick­lung zu mehr Bewusst­heit gleich­zei­tig dar­um geht, wirk­li­che Fül­le zu erfah­ren. Es geht nicht um Ver­zicht. Es geht nicht um Kampf. Es ist schwie­rig, Men­schen, die in inne­rem Man­gel leben, dau­er­haft dazu zu bewe­gen, Ver­zicht zu üben. Das funk­tio­niert oft nur durch Druck und Zwang und kann zu Unbe­stän­dig­keit, Kampf und Leid füh­ren. Neben not­wen­di­gem Ver­zicht im Außen, brau­chen wir mehr Fül­le im Innen – wirk­li­che Fül­le, die es uns erleich­tert, schlech­ten Ersatz für sie im Außen los­zu­las­sen. Jeder Mensch hat Inter­es­se an die­ser inne­ren Fül­le. Auch unse­re Stra­te­gien, die im Außen Ener­gie, Kraft und Res­sour­cen ver­brau­chen, die­nen dazu, uns Gefüh­le erfah­ren zu las­sen. Die­se Gefüh­le erfah­ren wir in uns. Wir kön­nen sie auf unter­schied­li­che Wei­se aus­lö­sen, auch so, dass sie nicht oder weni­ger von Din­gen und Akti­vi­tä­ten im Außen abhän­gen, die Fül­le ande­rer ein­schrän­ken und in Kon­kur­renz mit­ein­an­der ste­hen. Wir kön­nen ler­nen, die Bedin­gun­gen los­zu­las­sen, mit denen wir die Erfah­rung von Gefüh­len ein­schrän­ken und ver­hin­dern und wir kön­nen ler­nen, sie wie­der fei­ner und inten­si­ver wahr­zu­neh­men. Wir brau­chen dadurch im Außen weni­ger, um mehr Fül­le in uns zu erfah­ren. Wenn wir in inne­rer Fül­le leben, ist von dem, was wir dar­über hin­aus an Fül­le im Außen brau­chen, für uns alle reich­lich vorhanden.

Unser Leben und die Welt fried­lich und nach­hal­tig verändern

Wenn wir unser Leben und die Welt fried­lich und nach­hal­tig ver­än­dern wol­len, ist es wich­tig zu erken­nen, was sich hin­ter den Sym­pto­men unse­rer Her­aus­for­de­run­gen ver­birgt und es in unser Wir­ken miteinzubeziehen.

Wor­um es in Kon­flik­ten wirk­lich geht, sind sel­ten die äuße­ren For­men und Erschei­nun­gen. Es geht meis­tens um die sub­jek­ti­ven, oft exis­ten­ti­el­len Bedeu­tun­gen, die Über­zeu­gun­gen, Ver­hal­tens­wei­sen, Umstän­de und Din­ge für uns und unse­re Mit­welt haben, die durch sie erfüll­ten Bedürf­nis­se und erfah­re­nen Gefüh­le. Es ist wich­tig, uns der Not bewusst zu wer­den, die aus inne­rem Man­gel her­aus ent­ste­hen und wie sie sich zei­gen kann. Es ist wich­tig, hin­ter den sicht­ba­ren, zu Leid füh­ren­den Stra­te­gien, Ansich­ten und Ver­hal­tens­wei­sen, die unsicht­ba­ren, im Kern posi­ti­ven Bedürf­nis­se zu erken­nen, sie sicht­bar zu machen, uns über sie zu ver­bin­den und uns gegen­sei­tig dabei zu unter­stüt­zen, sie auf stim­mi­ge­re Wei­se zu erfüllen.

Es geht nicht dar­um, im Außen nichts mehr zu tun. Aber es geht dar­um zu erken­nen, wo Tun allei­ne uns nicht wei­ter­bringt. Es geht dar­um, uns der wirk­li­chen Ursa­chen für unse­re Her­aus­for­de­run­gen bewusst zu wer­den, und bei uns selbst zu begin­nen, die­se zu behe­ben. Es geht um unse­re Hal­tung dabei, wenn wir etwas bewah­ren oder ver­än­dern wol­len. Es geht um das Bewusst­sein für das wirk­li­che Ziel unse­res Wir­kens und dar­um, die Aus­rich­tung auf die­ses Ziel bei­zu­be­hal­ten, indem wir es in uns fin­den und ver­wirk­li­chen und nach außen leben­dig wer­den las­sen. Beson­ders dann, wenn etwas nicht so läuft, wie wir es uns vor­stel­len, denn gera­de da kommt es auf unse­re Bewusst­heit an.

Es geht dar­um, in uns einen Ruhe­pol zu fin­den, einen Ort der Sicher­heit und Gebor­gen­heit, der Leben­dig­keit, des Frie­dens, der Freu­de und der Lie­be. Einen Ort, der bestän­dig ist und uns ermög­licht, dem ste­ti­gen Wan­del in und um uns, dem Kom­men und Gehen von ange­neh­men und unan­ge­neh­men Erfah­run­gen, Gefüh­len und Gedan­ken, mit mehr Gelas­sen­heit und Hin­ga­be zu begeg­nen. Einen Ort, an dem wir Kraft, Ener­gie, Klar­heit und Zuver­sicht schöp­fen kön­nen. Einen Ort, der uns hilft, anzu­neh­men was ist, uns posi­tiv aus­zu­rich­ten und stim­mig zu han­deln. Es geht dar­um, die­sen Ort nicht nur zu fin­den, son­dern zu erken­nen, dass wir selbst die­ser Ort sind. Es geht dar­um, uns des wirk­li­chen Wesens, das wir alle sind, bewusst zu wer­den, unse­rem wirk­li­chen Sein, und uns nicht von äuße­ren Erschei­nun­gen täu­schen und tren­nen zu lassen.

Selbst wenn wir erkannt haben, dass wir unser Glück nicht im Außen fin­den kön­nen und unser Ego beschließt, ein bes­se­res Ego zu wer­den, ein spi­ri­tu­el­les Ego, wenn wir an uns arbei­ten, uns anstren­gen, medi­tie­ren und unse­ren Gefüh­len anneh­mend begeg­nen, ändert sich nichts an den grund­le­gen­den Ursa­chen für unse­re Her­aus­for­de­run­gen, solan­ge wir uns wei­ter­hin mit die­sem Ego iden­ti­fi­zie­ren und dem Leben mit Wider­stand und Abwehr begeg­nen, wenn es uns ent-täuscht, weil unse­re Über­zeu­gun­gen nicht der Wirk­lich­keit ent­spre­chen und unse­re selbst gestell­ten Bedin­gun­gen nicht erfüllt wer­den. Wir blei­ben von Man­gel und Angst ange­trie­ben und erle­ben uns von uns selbst, von­ein­an­der und der Fül­le in uns getrennt.

Wenn wir gegen­wär­tig sind und anneh­mend beob­ach­ten was ist, kön­nen wir die Erfah­rung machen, dass wir nicht die Sin­nes­wahr­neh­mun­gen sind, die wir wahr­neh­men, nicht die Gedan­ken, die wir über uns den­ken, nicht die Gefüh­le, die wir füh­len. Wenn wir uns nicht mehr mit den Bewusst­seins­phä­no­me­nen iden­ti­fi­zie­ren, die in uns auf­tau­chen, nicht mehr von ihnen hyp­no­ti­siert sind, stirbt unser Ego. Es wird im Bewusst­sein, der Beob­ach­ter zu sein, durch Beob­ach­ten als Illu­si­on erkannt und löst sich dadurch auf. Es ist das Ster­ben vor dem Ster­ben, und zugleich eine zwei­te Geburt. Es ist das Erwa­chen des Bewusst­seins, inner­halb des Traums, den es träumt. Mit dem Ego ver­schwin­det auch die Angst vor sei­nem Tod. Die Stil­le, die Lee­re, die Nicht-Exis­tenz, vor denen unser Ego uns Angst mach­te, ent­puppt sich als das Ver­trau­te, das Erfüll­te, das immer da war und das wir doch so lan­ge ver­misst haben. Wir kön­nen im Hier und Jetzt ganz ankom­men und da sein.

Wir machen die Erfah­rung, dass sich ver­än­dern­de Sin­nes­wahr­neh­mun­gen, Gedan­ken und Gefüh­le in uns auf­tau­chen, uns aber nicht ver­än­dern, und damit nicht ver­let­zen kön­nen. Wir kön­nen Ver­let­zung erfah­ren, aber nicht ver­letzt wer­den. Mit unse­rem Selbst sind Erfah­run­gen von Fül­le, Sicher­heit, Ver­trau­en, Leben­dig­keit, Frie­den, Freu­de und Lie­be ver­bun­den. Um sie zu erfah­ren, bedarf es kei­ner Anstren­gung, kei­nem Hin­zu­fü­gen, kei­nem Wer­den. Es bedarf einem Auf­ge­ben von Anstren­gung, dem Los­las­sen von Hin­zu­ge­füg­tem, dem jetzt ganz da sein, als das, was wir schon immer sind und des­halb durch Anstren­gung nie­mals wer­den oder errei­chen kön­nen. Wir sind das, was in jeder Erfah­rung immer da ist, das bestän­di­ge, sich nicht ver­än­dern­de, das stän­di­ge Ver­än­de­rung erfährt. Wir sind das, was alle Bewusst­seins­phä­no­me­ne erfährt, das rei­ne Bewusst­sein selbst. Wir sind das, was wir nicht beob­ach­ten kön­nen, weil es selbst beob­ach­tet, das Beob­ach­ten selbst.

Die­ses Wis­sen ist das ein­zi­ge, des­sen wir uns als Wahr­heit wirk­lich sicher sein kön­nen, ohne dar­an glau­ben zu müssen.

Unser Selbst ist nichts, wor­an wir glau­ben müs­sen oder kön­nen, nichts, was wir ler­nen, wer­den oder errei­chen kön­nen, nichts, was uns jemand geben oder neh­men kann, nichts, was davon abhängt, ob wir es rich­tig oder gut machen, nichts, wor­in wir bes­ser oder schlech­ter sein kön­nen. Was wir sind, kann nicht ver­bes­sert oder geheilt wer­den, weil es schon immer voll­kom­men und heil ist. Wir sind Bewusst­sein. Wir sind unse­re Exis­tenz selbst, viel­leicht die Exis­tenz, das Leben selbst, Gott. ­­In die­ser Essenz unse­res Wesens, unse­rem Sein, unter­schei­den wir uns nicht. Wir sind eins.

Das Erwa­chen unse­res Bewusst­seins ist nicht das Ende, son­dern ein Anfang

Es fällt uns leich­ter, uns der Bril­len bewusst zu wer­den, durch die wir unser Leben und unse­re Mit­welt betrach­ten, sie abzu­set­zen und schein­bar Alt­be­kann­tes in neu­em Licht zu sehen. Wir wer­den wacher für die inne­ren Pro­zes­se, die zu Tren­nung, Man­gel, Unle­ben­dig­keit und Leid füh­ren. Statt uns selbst und unse­re Mit­welt zu ver­ur­tei­len, für unse­re Gefüh­le zu beschul­di­gen und zu bekämp­fen, kön­nen wir ler­nen, inne zu hal­ten, uns selbst und ein­an­der auf­merk­sam und offen zuzu­hö­ren und mit­ein­an­der zu tei­len, was in uns leben­dig ist. Wir kön­nen uns gegen­sei­tig dar­in unter­stüt­zen, gegen­wär­tig zu sein, zwi­schen Beob­ach­tun­gen und Deu­tun­gen zu unter­schei­den, Gefüh­le anneh­mend ganz zuzu­las­sen, unse­re wirk­li­chen Bedürf­nis­se zu erken­nen und Stra­te­gien zu fin­den, die bes­ser dazu geeig­net sind, zu ver­bin­den statt zu tren­nen, Gleich­ge­wicht her­zu­stel­len und zu unse­rer gemein­sa­men Fül­le bei­zu­tra­gen. Trotz allen erfah­re­nen Unter­schie­den kön­nen wir uns unse­rer Gemein­sam­kei­ten bewusst wer­den, der Essenz unse­res Wesens, unse­rer uni­ver­sel­len Bedürf­nis­se und Gefüh­le – und uns in die­sem Bewusst­sein ein­an­der zuwen­den und mit­ein­an­der verbinden.

Wir kön­nen erken­nen, dass sich Glück leich­ter ein­stellt und Leid leich­ter ver­mei­den lässt, wenn wir dem, was ist, dem leben­di­gen Wan­del in und um uns, mit Annah­me begeg­nen und das Leben und unse­re Mit­welt aus die­ser Annah­me her­aus gestal­ten, statt zu ver­su­chen, sie aus Wider­stand her­aus so zu kon­trol­lie­ren, dass sie vor­ge­ge­be­nen, fes­ten Bedin­gun­gen und Über­zeu­gun­gen ent­spre­chen. Wir kön­nen Leid ver­ur­sa­chen­de Über­zeu­gun­gen und Stra­te­gien leich­ter los­las­sen, weil wir das, was wir brau­chen, über­wie­gend in uns selbst fin­den. Die Fül­le und Viel­falt unse­rer Welt wird für uns sicht­bar, weil wir nicht mehr alles durch den Tun­nel­blick unse­rer Über­zeu­gun­gen betrach­ten und nach etwas bestimm­ten suchen und dadurch offen für Erfah­run­gen wer­den, die uns zuvor nicht errei­chen konn­ten. Wir sind nicht von der Fül­le und Lie­be in der Welt abhän­gig und unab­läs­sig damit beschäf­tigt, sie zu suchen, zu kon­su­mie­ren und um sie zu kämp­fen, um unse­ren inne­ren Man­gel zu stil­len. Wir brin­gen Fül­le und Lie­be als Quel­le aus uns selbst her­aus in die Welt, ver­schen­ken und emp­fan­gen sie, erschaf­fen und gestal­ten durch sie. Unse­re Leben­dig­keit, unser Mit­ge­fühl und unse­re Lie­be wach­sen und wei­ten sich aus.

Unter die­sen Vor­aus­set­zun­gen kön­nen wir viel dazu bei­tra­gen, dass es sowohl uns, als auch unse­rer Mit­welt mög­lichst gut geht.

Wir sind ein Wun­der. Wir sind leben­dig. Wir kön­nen wahr­neh­men. Wir kön­nen den­ken. Wir kön­nen füh­len. Wir kön­nen Glück und Lie­be erfah­ren, den Aus­druck des Lebens in all sei­ner Fül­le und Viel­falt, und selbst schöp­fe­risch und gestal­te­risch dar­an Teil haben. Wir kön­nen gemein­sam unser Leben und unse­re Mit­welt gestal­ten, aus der Kraft und Klar­heit, die durch bewuss­tes Wahr­neh­men, Den­ken und Füh­len all unse­rer Gefüh­le ent­steht, durch den leben­di­gen Kon­takt mit­ein­an­der und der Fül­le in uns.

Was wol­len wir in unse­rem Leben und unse­rer Mit­welt bewah­ren und ver­än­dern? Wie wol­len wir dabei dafür sor­gen, dass die Erfül­lung von Bedürf­nis­sen mög­lichst nicht ein­ge­schränkt oder ver­hin­dert wird? Wie wol­len wir mit uns selbst und mit­ein­an­der in Kon­takt sein und uns gegen­sei­tig unter­stüt­zen? Wie wol­len wir uns in Situa­tio­nen begeg­nen, die nicht so lau­fen, wie wir es uns wün­schen? Wie wol­len wir unse­rem und dem Schmerz unse­rer Mit­welt begeg­nen? Wie wol­len wir zu Sicher­heit, Ver­trau­en, Leben­dig­keit, Frie­den, Freu­de und Lie­be beitragen?

Wie könn­te unser Leben, unse­re Welt aus­se­hen, wenn wir unser Poten­ti­al gemein­sam aus­schöpf­ten? Lasst es uns her­aus­fin­den! Jetzt ist eine gute Zeit dafür!

Wie sich unser Leben und unse­re Mit­welt durch wach­sen­de Bewusst­heit ver­än­dern können
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Begleitung

Lebensberatung & Coaching

Unser Leben und unsere Mitwelt sind reich an Herausforderungen.

Ich begleite dich auf deinem Weg und unterstütze dich auf vielfältige Weise dabei, die inneren Voraussetzungen für Frieden, Lebendigkeit, Sicherheit und Fülle in deinem Leben und deiner Mitwelt zu schaffen.

Ich schaffe für dich einen sicheren Raum, in dem du Aufmerksamkeit, Annahme, Empathie, Mitgefühl und Verständnis erfahren kannst und unterstütze dich dabei, bewusst, achtsam und mitfühlend mit deinen Sinneswahrnehmungen, Gedanken, Gefühlen, Körperempfindungen und Bedürfnissen in Kontakt zu sein, Klarheit zu gewinnen und die für dich stimmigen und sinnvollen Schritte zu gehen.

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Marko
Marko
vor 2 Jahren

Hal­lo Mar­tin, ein wei­ser Text. Vie­len Dank. Als wären wir Zwil­lings­brü­der, so sehr aus dem Her­zen gespro­chen und aus mei­nem. Ganz schön viel.

Eins ist mir ein­ge­fal­len. Wenn ich hand­le, um die Welt in mei­nem Sin­ne zu ver­än­dern, ist die Gefahr groß, zu schei­tern. Genau so, wie ich ande­re nicht ändern kann, son­dern nur mich selbst.

Ich möch­te so leben und han­deln, wie ich lebe, weil mir mein fro­hes Herz und mei­ne Lebens­freu­de mit einem freu­di­gen Ja zustim­men und den Weg wei­sen. Was ich damit bewir­ke, das steht in den Ster­nen, das ist Spekulation.

Ich möch­te vor mir selbst bestehen kön­nen und mir ehr­lich in die Augen sehen kön­nen. Ich muß dabei gar nichts, ich muß nicht per­fekt sein, das wäre die per­fek­te Anlei­tung zum unglück­lich sein.

Für mich reicht es zu wis­sen, dass ich mich ent­schei­den kann jede Minu­te neu anzu­fan­gen nicht nur bei mir, auch zum Bei­spiel damit, wem ich mein Geld gebe oder wem ich mei­ne Zeit und mei­ne Unter­stüt­zung schen­ke oder widme.

Solan­ge ich die Lie­be in mei­nem Her­zen spü­re bin ich mit der Lebens­kraft ver­bun­den. Und die ist wun­der­bar, denn sie ist unwiderstehlich.

Dan­ke für dein Enga­ge­ment. Mei­ne Unter­stüt­zung hast du auf dei­nem Weg. Marko