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Wir leben in einer Welt mit Mil­li­ar­den ande­rer Men­schen zusam­men, die alle ver­su­chen, so gut es ihnen mög­lich ist, ihre Bedürf­nis­se zu erfül­len. Wir bewah­ren und ver­än­dern, um mög­lichst viel Glück und mög­lichst wenig Leid zu erfahren.

Wo unse­re Stra­te­gien, mit denen wir Bedürf­nis­se erfül­len, die Erfül­lung ande­rer Bedürf­nis­se ein­schrän­ken oder ver­hin­dern, kommt es zu Kon­flik­ten. Wie wahr­schein­lich, inten­siv und schwie­rig zu lösen die­se Kon­flik­te sind, hängt von unse­rer Bewusst­heit oder Unbe­wusst­heit im Kon­takt mit unse­ren Wahr­neh­mun­gen, Gedan­ken, Gefüh­len und Hand­lun­gen ab, von unse­rer Abhän­gig­keit von bestimm­ten Stra­te­gien und unse­rer Fähig­keit, die wirk­li­chen Ursa­chen der Kon­flik­te zu erken­nen und zu behe­ben. Unse­ren zu Kon­flik­ten füh­ren­den Gedan­ken und Ver­hal­tens­wei­sen lie­gen immer bestimm­te Bedürf­nis­se zugrun­de, die wir erfül­len, Gefüh­le, die wir füh­len wol­len und Erfah­run­gen, wie uns das in der Ver­gan­gen­heit gelun­gen ist. Je grö­ßer wir den Man­gel in uns erle­ben, des­to mehr suchen wir dabei Fül­le im Außen, sind wir von bestimm­ten Stra­te­gien abhän­gig. Je weni­ger wir mit unse­ren Gefüh­len, der Leben­dig­keit in uns ver­bun­den sind, des­to weni­ger Rück­sicht neh­men wir auf sie im Kon­takt mit unse­rer Per­son und unse­rer Mit­welt. Unse­re Unbe­wusst­heit, der Man­gel in uns und der feh­len­de Kon­takt zur Leben­dig­keit in uns, tren­nen uns von­ein­an­der, löschen Leben aus und zer­stö­ren unse­re Welt. Mit Kon­flik­ten auf bewuss­te Wei­se umzu­ge­hen, mög­lichst ein Gleich­ge­wicht her­zu­stel­len und zu erhal­ten und kein unnö­ti­ges Leid zu ver­ur­sa­chen, sind Her­aus­for­de­run­gen, bei denen wir bis­her noch weit hin­ter unse­ren Mög­lich­kei­ten zurückbleiben.

Das Ungleich­ge­wicht und Leid in unse­rer Welt wird über­wie­gend von Men­schen ver­ur­sacht, die unbe­wusst sind und in inne­rem Man­gel leben. Doch Leid wird auch erfah­ren durch Men­schen, die unbe­wusst sind und in inne­rem Man­gel leben. Im Kampf gegen die schein­ba­ren Ursa­chen des erfah­re­nen Leids, kön­nen wir selbst zu Ver­ur­sa­chern von Leid wer­den. Um den end­lo­sen Kreis­lauf von Leid in unse­rem Leben und unse­rer Welt zu unter­bre­chen, ist es wich­tig, weni­ger zu Leid bei­zu­tra­gen, indem wir selbst mög­lichst wenig Leid ver­ur­sa­chen, aber auch, indem wir selbst mög­lichst wenig Leid erfah­ren. Wir kön­nen nicht ver­mei­den, in unse­rem Leben und unse­rer Welt Schmerz zu begeg­nen und zu erfah­ren. Aber ob dar­aus Leid ent­steht und wie viel, hängt davon ab, wie bewusst oder unbe­wusst wir die­sem Schmerz begeg­nen. Es erfor­dert Bewusst­heit, zu erken­nen, wo es inne­rer und wo äuße­rer Ver­än­de­run­gen bedarf und wie die stim­mig aus­se­hen können.

Solan­ge wir uns durch unse­re Iden­ti­fi­ka­ti­on mit Gedan­ken selbst täu­schen und uns unse­re eige­ne Fül­le vor­ent­hal­ten, unse­re Ver­ant­wor­tung für unse­ren inne­ren Man­gel und unse­re Gefüh­le abge­ben und uns von unse­rer Mit­welt abhän­gig machen, wird unse­re Mit­welt uns ent-täu­schen, bis wir die Täu­schung erken­nen und auf­hö­ren, uns selbst Leid zuzu­fü­gen. Was uns in unse­rem Leben und in unse­rer Welt fehlt, müs­sen wir in uns selbst fin­den und erschaf­fen. Woher sonst soll es kom­men? Wir kön­nen dem Man­gel an Bewusst­heit in der Welt, sinn­voll nur mit mehr Bewusst­heit begeg­nen. Wo es an Frie­den fehlt, müs­sen wir in uns Frie­den fin­den, wo es an Lie­be fehlt, müs­sen wir lie­ben. Die­sen Weg müs­sen wir nicht allei­ne gehen, aber wir müs­sen den ers­ten Schritt machen.

Ein Sys­tem der Unbewusstheit

Es ist ein Sys­tem der Unbe­wusst­heit, das durch Ober­fläch­lich­keit, Vor­ur­tei­le und Ver­ur­tei­lun­gen, durch das Abge­ben von Ver­ant­wor­tung, unbe­wuss­tes Beob­ach­ten, Füh­len, Den­ken und Han­deln, feh­len­des Ver­ständ­nis, Ein­füh­lungs­ver­mö­gen und Mit­ge­fühl, feh­len­de Ver­bin­dung zu unse­rer Leben­dig­keit und unse­rem Her­zen, zu unse­ren Her­aus­for­de­run­gen führt und es erschwert oder unmög­lich macht, sie zu behe­ben. Unab­hän­gig der äuße­ren Erschei­nun­gen und der Rol­len, die wir ein­neh­men, sind wir alle Teil die­ses inne­ren Sys­tems. Aus die­sem unsicht­ba­ren inne­ren Sys­tem ent­ste­hen als Sym­pto­me die sicht­ba­ren äuße­ren Sys­te­me, die wir als Ver­ur­sa­cher von Leid kri­ti­sie­ren und bekämp­fen. Es ist wich­tig zu erken­nen, wie die äuße­ren Sys­te­me das inne­re Sys­tem wie­der­spie­geln und das inne­re Sys­tem zu ver­än­dern und zu trans­for­mie­ren, um die äuße­ren Sys­te­me ver­än­dern und trans­for­mie­ren zu kön­nen, statt sie immer wie­der neu ent­ste­hen zu las­sen, wei­ter zu erhal­ten und zu verstärken.

Es ist aus­sichts­los, die Viel­zahl an Her­aus­for­de­run­gen, die durch unse­re Unbe­wusst­heit ent­ste­hen, alle ein­zeln und auf Sym­ptom­ebe­ne behe­ben zu wol­len, ohne uns gleich­zei­tig mit ihren wirk­li­chen Ursa­chen auf Bewusst­seins­ebe­ne ver­traut zu machen und sie mit ein­zu­be­zie­hen. Gleich­zei­tig liegt dar­in eine gro­ße Chan­ce: Unser Bewusst­sein spielt die zen­tra­le Rol­le in unse­rem Leben und im Kon­takt mit unse­rer Mit­welt. Auf der Ebe­ne unse­res Bewusst­seins lie­gen die Ursa­chen unse­rer Her­aus­for­de­run­gen. Unzäh­li­ge Her­aus­for­de­run­gen im Außen beru­hen auf weni­gen im Innen. Auf­merk­sam­keit ist Bewusst­sein. Bedürf­nis­se und Gefüh­le, die uns dazu bewe­gen, etwas zu bewah­ren oder zu ver­än­dern, ent­sprin­gen unse­rem Bewusst­sein. Die Gedan­ken und Hand­lun­gen, die zu unse­ren Her­aus­for­de­run­gen füh­ren und mit denen wir ihnen begeg­nen, ent­sprin­gen unse­rem Bewusstsein.

Durch unse­re wach­sen­de Bewusst­heit neh­men wir Ein­fluss auf die Ursa­chen selbst, die zu vie­len unse­rer Her­aus­for­de­run­gen füh­ren. Wir haben dadurch die Mög­lich­keit, sie wirk­sam und nach­hal­tig zu behe­ben, statt ihre immer wie­der­keh­ren­den Sym­pto­me zu bekämp­fen. Die Ver­än­de­run­gen inner­halb unse­res Bewusst­seins wir­ken sich auf alle Berei­che unse­res Lebens aus. Auf der Ebe­ne unse­res Bewusst­seins ist unser Ein­fluss grö­ßer und Ver­än­de­run­gen sind unab­hän­gi­ger und unmit­tel­ba­rer, als im Außen. Dar­auf auf­bau­end sind Her­aus­for­de­run­gen im Außen meist leich­ter zu lösen oder hören sogar auf, Her­aus­for­de­run­gen zu sein.

Eine Chan­ce besteht auch dar­in, dass es bei unse­rer Ent­wick­lung zu mehr Bewusst­heit gleich­zei­tig dar­um geht, wirk­li­che Fül­le zu erfah­ren. Es geht nicht um Ver­zicht. Es geht nicht um Kampf. Es ist schwie­rig, Men­schen, die in inne­rem Man­gel leben, dau­er­haft dazu zu bewe­gen, Ver­zicht zu üben. Das funk­tio­niert oft nur durch Druck und Zwang und kann zu Unbe­stän­dig­keit, Kampf und Leid füh­ren. Neben not­wen­di­gem Ver­zicht im Außen, brau­chen wir mehr Fül­le im Innen – wirk­li­che Fül­le, die es uns erleich­tert, schlech­ten Ersatz für sie im Außen los­zu­las­sen. Jeder Mensch hat Inter­es­se an die­ser inne­ren Fül­le. Auch unse­re Stra­te­gien, die im Außen Ener­gie, Kraft und Res­sour­cen ver­brau­chen, die­nen dazu, uns Gefüh­le erfah­ren zu las­sen. Die­se Gefüh­le erfah­ren wir in uns. Wir kön­nen sie auf unter­schied­li­che Wei­se aus­lö­sen, auch so, dass sie nicht oder weni­ger von Din­gen und Akti­vi­tä­ten im Außen abhän­gen, die Fül­le ande­rer ein­schrän­ken und in Kon­kur­renz mit­ein­an­der ste­hen. Wir kön­nen ler­nen, die Bedin­gun­gen los­zu­las­sen, mit denen wir die Erfah­rung von Gefüh­len ein­schrän­ken und ver­hin­dern und wir kön­nen ler­nen, sie wie­der fei­ner und inten­si­ver wahr­zu­neh­men. Wir brau­chen dadurch im Außen weni­ger, um mehr Fül­le in uns zu erfah­ren. Wenn wir in inne­rer Fül­le leben, ist von dem, was wir dar­über hin­aus an Fül­le im Außen brau­chen, für uns alle reich­lich vorhanden.

Unser Leben und die Welt fried­lich und nach­hal­tig verändern

Wenn wir unser Leben und die Welt fried­lich und nach­hal­tig ver­än­dern wol­len, ist es wich­tig zu erken­nen, was sich hin­ter den Sym­pto­men unse­rer Her­aus­for­de­run­gen ver­birgt und es in unser Wir­ken miteinzubeziehen.

Wor­um es in Kon­flik­ten wirk­lich geht, sind sel­ten die äuße­ren For­men und Erschei­nun­gen. Es geht meis­tens um die sub­jek­ti­ven, oft exis­ten­ti­el­len Bedeu­tun­gen, die Über­zeu­gun­gen, Ver­hal­tens­wei­sen, Umstän­de und Din­ge für uns und unse­re Mit­welt haben, die durch sie erfüll­ten Bedürf­nis­se und erfah­re­nen Gefüh­le. Es ist wich­tig, uns der Not bewusst zu wer­den, die aus inne­rem Man­gel her­aus ent­ste­hen und wie sie sich zei­gen kann. Es ist wich­tig, hin­ter den sicht­ba­ren, zu Leid füh­ren­den Stra­te­gien, Ansich­ten und Ver­hal­tens­wei­sen, die unsicht­ba­ren, im Kern posi­ti­ven Bedürf­nis­se zu erken­nen, sie sicht­bar zu machen, uns über sie zu ver­bin­den und uns gegen­sei­tig dabei zu unter­stüt­zen, sie auf stim­mi­ge­re Wei­se zu erfüllen.

Es geht nicht dar­um, im Außen nichts mehr zu tun. Aber es geht dar­um zu erken­nen, wo Tun allei­ne uns nicht wei­ter­bringt. Es geht dar­um, uns der wirk­li­chen Ursa­chen für unse­re Her­aus­for­de­run­gen bewusst zu wer­den, und bei uns selbst zu begin­nen, die­se zu behe­ben. Es geht um unse­re Hal­tung dabei, wenn wir etwas bewah­ren oder ver­än­dern wol­len. Es geht um das Bewusst­sein für das wirk­li­che Ziel unse­res Wir­kens und dar­um, die Aus­rich­tung auf die­ses Ziel bei­zu­be­hal­ten, indem wir es in uns fin­den und ver­wirk­li­chen und nach außen leben­dig wer­den las­sen. Beson­ders dann, wenn etwas nicht so läuft, wie wir es uns vor­stel­len, denn gera­de da kommt es auf unse­re Bewusst­heit an.

Es geht dar­um, in uns einen Ruhe­pol zu fin­den, einen Ort der Sicher­heit und Gebor­gen­heit, der Leben­dig­keit, des Frie­dens, der Freu­de und der Lie­be. Einen Ort, der bestän­dig ist und uns ermög­licht, dem ste­ti­gen Wan­del in und um uns, dem Kom­men und Gehen von ange­neh­men und unan­ge­neh­men Erfah­run­gen, Gefüh­len und Gedan­ken, mit mehr Gelas­sen­heit und Hin­ga­be zu begeg­nen. Einen Ort, an dem wir Kraft, Ener­gie, Klar­heit und Zuver­sicht schöp­fen kön­nen. Einen Ort, der uns hilft, anzu­neh­men was ist, uns posi­tiv aus­zu­rich­ten und stim­mig zu han­deln. Es geht dar­um, die­sen Ort nicht nur zu fin­den, son­dern zu erken­nen, dass wir selbst die­ser Ort sind. Es geht dar­um, uns des wirk­li­chen Wesens, das wir alle sind, bewusst zu wer­den, unse­rem wirk­li­chen Sein, und uns nicht von äuße­ren Erschei­nun­gen täu­schen und tren­nen zu lassen.

Selbst wenn wir erkannt haben, dass wir unser Glück nicht im Außen fin­den kön­nen und unser Ego beschließt, ein bes­se­res Ego zu wer­den, ein spi­ri­tu­el­les Ego, wenn wir an uns arbei­ten, uns anstren­gen, medi­tie­ren und unse­ren Gefüh­len anneh­mend begeg­nen, ändert sich nichts an den grund­le­gen­den Ursa­chen für unse­re Her­aus­for­de­run­gen, solan­ge wir uns wei­ter­hin mit die­sem Ego iden­ti­fi­zie­ren und dem Leben mit Wider­stand und Abwehr begeg­nen, wenn es uns ent-täuscht, weil unse­re Über­zeu­gun­gen nicht der Wirk­lich­keit ent­spre­chen und unse­re selbst gestell­ten Bedin­gun­gen nicht erfüllt wer­den. Wir blei­ben von Man­gel und Angst ange­trie­ben und erle­ben uns von uns selbst, von­ein­an­der und der Fül­le in uns getrennt.

Wenn wir gegen­wär­tig sind und anneh­mend beob­ach­ten was ist, kön­nen wir die Erfah­rung machen, dass wir nicht die Sin­nes­wahr­neh­mun­gen sind, die wir wahr­neh­men, nicht die Gedan­ken, die wir über uns den­ken, nicht die Gefüh­le, die wir füh­len. Wenn wir uns nicht mehr mit den Bewusst­seins­phä­no­me­nen iden­ti­fi­zie­ren, die in uns auf­tau­chen, nicht mehr von ihnen hyp­no­ti­siert sind, stirbt unser Ego. Es wird im Bewusst­sein, der Beob­ach­ter zu sein, durch Beob­ach­ten als Illu­si­on erkannt und löst sich dadurch auf. Es ist das Ster­ben vor dem Ster­ben, und zugleich eine zwei­te Geburt. Es ist das Erwa­chen des Bewusst­seins, inner­halb des Traums, den es träumt. Mit dem Ego ver­schwin­det auch die Angst vor sei­nem Tod. Die Stil­le, die Lee­re, die Nicht-Exis­tenz, vor denen unser Ego uns Angst mach­te, ent­puppt sich als das Ver­trau­te, das Erfüll­te, das immer da war und das wir doch so lan­ge ver­misst haben. Wir kön­nen im Hier und Jetzt ganz ankom­men und da sein.

Wir machen die Erfah­rung, dass sich ver­än­dern­de Sin­nes­wahr­neh­mun­gen, Gedan­ken und Gefüh­le in uns auf­tau­chen, uns aber nicht ver­än­dern, und damit nicht ver­let­zen kön­nen. Wir kön­nen Ver­let­zung erfah­ren, aber nicht ver­letzt wer­den. Mit unse­rem Selbst sind Erfah­run­gen von Fül­le, Sicher­heit, Ver­trau­en, Leben­dig­keit, Frie­den, Freu­de und Lie­be ver­bun­den. Um sie zu erfah­ren, bedarf es kei­ner Anstren­gung, kei­nem Hin­zu­fü­gen, kei­nem Wer­den. Es bedarf einem Auf­ge­ben von Anstren­gung, dem Los­las­sen von Hin­zu­ge­füg­tem, dem jetzt ganz da sein, als das, was wir schon immer sind und des­halb durch Anstren­gung nie­mals wer­den oder errei­chen kön­nen. Wir sind das, was in jeder Erfah­rung immer da ist, das bestän­di­ge, sich nicht ver­än­dern­de, das stän­di­ge Ver­än­de­rung erfährt. Wir sind das, was alle Bewusst­seins­phä­no­me­ne erfährt, das rei­ne Bewusst­sein selbst. Wir sind das, was wir nicht beob­ach­ten kön­nen, weil es selbst beob­ach­tet, das Beob­ach­ten selbst.

Die­ses Wis­sen ist das ein­zi­ge, des­sen wir uns als Wahr­heit wirk­lich sicher sein kön­nen, ohne dar­an glau­ben zu müssen.

Unser Selbst ist nichts, wor­an wir glau­ben müs­sen oder kön­nen, nichts, was wir ler­nen, wer­den oder errei­chen kön­nen, nichts, was uns jemand geben oder neh­men kann, nichts, was davon abhängt, ob wir es rich­tig oder gut machen, nichts, wor­in wir bes­ser oder schlech­ter sein kön­nen. Was wir sind, kann nicht ver­bes­sert oder geheilt wer­den, weil es schon immer voll­kom­men und heil ist. Wir sind Bewusst­sein. Wir sind unse­re Exis­tenz selbst, viel­leicht die Exis­tenz, das Leben selbst, Gott. ­­In die­ser Essenz unse­res Wesens, unse­rem Sein, unter­schei­den wir uns nicht. Wir sind eins.

Das Erwa­chen unse­res Bewusst­seins ist nicht das Ende, son­dern ein Anfang

Es fällt uns leich­ter, uns der Bril­len bewusst zu wer­den, durch die wir unser Leben und unse­re Mit­welt betrach­ten, sie abzu­set­zen und schein­bar Alt­be­kann­tes in neu­em Licht zu sehen. Wir wer­den wacher für die inne­ren Pro­zes­se, die zu Tren­nung, Man­gel, Unle­ben­dig­keit und Leid füh­ren. Statt uns selbst und unse­re Mit­welt zu ver­ur­tei­len, für unse­re Gefüh­le zu beschul­di­gen und zu bekämp­fen, kön­nen wir ler­nen, inne zu hal­ten, uns selbst und ein­an­der auf­merk­sam und offen zuzu­hö­ren und mit­ein­an­der zu tei­len, was in uns leben­dig ist. Wir kön­nen uns gegen­sei­tig dar­in unter­stüt­zen, gegen­wär­tig zu sein, zwi­schen Beob­ach­tun­gen und Deu­tun­gen zu unter­schei­den, Gefüh­le anneh­mend ganz zuzu­las­sen, unse­re wirk­li­chen Bedürf­nis­se zu erken­nen und Stra­te­gien zu fin­den, die bes­ser dazu geeig­net sind, zu ver­bin­den statt zu tren­nen, Gleich­ge­wicht her­zu­stel­len und zu unse­rer gemein­sa­men Fül­le bei­zu­tra­gen. Trotz allen erfah­re­nen Unter­schie­den kön­nen wir uns unse­rer Gemein­sam­kei­ten bewusst wer­den, der Essenz unse­res Wesens, unse­rer uni­ver­sel­len Bedürf­nis­se und Gefüh­le – und uns in die­sem Bewusst­sein ein­an­der zuwen­den und mit­ein­an­der verbinden.

Wir kön­nen erken­nen, dass sich Glück leich­ter ein­stellt und Leid leich­ter ver­mei­den lässt, wenn wir dem, was ist, dem leben­di­gen Wan­del in und um uns, mit Annah­me begeg­nen und das Leben und unse­re Mit­welt aus die­ser Annah­me her­aus gestal­ten, statt zu ver­su­chen, sie aus Wider­stand her­aus so zu kon­trol­lie­ren, dass sie vor­ge­ge­be­nen, fes­ten Bedin­gun­gen und Über­zeu­gun­gen ent­spre­chen. Wir kön­nen Leid ver­ur­sa­chen­de Über­zeu­gun­gen und Stra­te­gien leich­ter los­las­sen, weil wir das, was wir brau­chen, über­wie­gend in uns selbst fin­den. Die Fül­le und Viel­falt unse­rer Welt wird für uns sicht­bar, weil wir nicht mehr alles durch den Tun­nel­blick unse­rer Über­zeu­gun­gen betrach­ten und nach etwas bestimm­ten suchen und dadurch offen für Erfah­run­gen wer­den, die uns zuvor nicht errei­chen konn­ten. Wir sind nicht von der Fül­le und Lie­be in der Welt abhän­gig und unab­läs­sig damit beschäf­tigt, sie zu suchen, zu kon­su­mie­ren und um sie zu kämp­fen, um unse­ren inne­ren Man­gel zu stil­len. Wir brin­gen Fül­le und Lie­be als Quel­le aus uns selbst her­aus in die Welt, ver­schen­ken und emp­fan­gen sie, erschaf­fen und gestal­ten durch sie. Unse­re Leben­dig­keit, unser Mit­ge­fühl und unse­re Lie­be wach­sen und wei­ten sich aus.

Unter die­sen Vor­aus­set­zun­gen kön­nen wir viel dazu bei­tra­gen, dass es sowohl uns, als auch unse­rer Mit­welt mög­lichst gut geht.

Wir sind ein Wun­der. Wir sind leben­dig. Wir kön­nen wahr­neh­men. Wir kön­nen den­ken. Wir kön­nen füh­len. Wir kön­nen Glück und Lie­be erfah­ren, den Aus­druck des Lebens in all sei­ner Fül­le und Viel­falt, und selbst schöp­fe­risch und gestal­te­risch dar­an Teil haben. Wir kön­nen gemein­sam unser Leben und unse­re Mit­welt gestal­ten, aus der Kraft und Klar­heit, die durch bewuss­tes Wahr­neh­men, Den­ken und Füh­len all unse­rer Gefüh­le ent­steht, durch den leben­di­gen Kon­takt mit­ein­an­der und der Fül­le in uns.

Was wol­len wir in unse­rem Leben und unse­rer Mit­welt bewah­ren und ver­än­dern? Wie wol­len wir dabei dafür sor­gen, dass die Erfül­lung von Bedürf­nis­sen mög­lichst nicht ein­ge­schränkt oder ver­hin­dert wird? Wie wol­len wir mit uns selbst und mit­ein­an­der in Kon­takt sein und uns gegen­sei­tig unter­stüt­zen? Wie wol­len wir uns in Situa­tio­nen begeg­nen, die nicht so lau­fen, wie wir es uns wün­schen? Wie wol­len wir unse­rem und dem Schmerz unse­rer Mit­welt begeg­nen? Wie wol­len wir zu Sicher­heit, Ver­trau­en, Leben­dig­keit, Frie­den, Freu­de und Lie­be beitragen?

Wie könn­te unser Leben, unse­re Welt aus­se­hen, wenn wir unser Poten­ti­al gemein­sam aus­schöpf­ten? Lasst es uns her­aus­fin­den! Jetzt ist eine gute Zeit dafür!

Wie sich unser Leben und unse­re Mit­welt durch wach­sen­de Bewusst­heit ver­än­dern können
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Marko
Marko
vor 1 Jahr

Hal­lo Mar­tin, ein wei­ser Text. Vie­len Dank. Als wären wir Zwil­lings­brü­der, so sehr aus dem Her­zen gespro­chen und aus mei­nem. Ganz schön viel.

Eins ist mir ein­ge­fal­len. Wenn ich hand­le, um die Welt in mei­nem Sin­ne zu ver­än­dern, ist die Gefahr groß, zu schei­tern. Genau so, wie ich ande­re nicht ändern kann, son­dern nur mich selbst.

Ich möch­te so leben und han­deln, wie ich lebe, weil mir mein fro­hes Herz und mei­ne Lebens­freu­de mit einem freu­di­gen Ja zustim­men und den Weg wei­sen. Was ich damit bewir­ke, das steht in den Ster­nen, das ist Spekulation.

Ich möch­te vor mir selbst bestehen kön­nen und mir ehr­lich in die Augen sehen kön­nen. Ich muß dabei gar nichts, ich muß nicht per­fekt sein, das wäre die per­fek­te Anlei­tung zum unglück­lich sein.

Für mich reicht es zu wis­sen, dass ich mich ent­schei­den kann jede Minu­te neu anzu­fan­gen nicht nur bei mir, auch zum Bei­spiel damit, wem ich mein Geld gebe oder wem ich mei­ne Zeit und mei­ne Unter­stüt­zung schen­ke oder widme.

Solan­ge ich die Lie­be in mei­nem Her­zen spü­re bin ich mit der Lebens­kraft ver­bun­den. Und die ist wun­der­bar, denn sie ist unwiderstehlich.

Dan­ke für dein Enga­ge­ment. Mei­ne Unter­stüt­zung hast du auf dei­nem Weg. Marko